06.Juni 2013
Kitzrettung - Das kann ich schon allein !
Unermüdlich ist der Schwalinger Jäger Manfred Lünzmann unterwegs, um in den
Schwalinger Wiesen die “Flatterfahnen” aufzustellen, wenn der Mähtermin heran ist. “Laufend
gehen Meldungen von den Landwirten ein, unsere Aktion ‘Gegen den Mähtod’ wird ganz toll
angenommen”, freut er sich.
Gerade ist er mit seinem Sohn Jan in einer Wiese im Westen der Schwalinger Gemarkung in
der Nähe der “Röpshöhe” unterwegs. Landwirt Bernd von Fintel hat Bescheid gegeben, dass sie
am Freitag gemäht werden soll. Da springt eine Ricke aus der Wiese ab. Ob da wohl ein Kitz liegt
? Vorsichtig nähern sich Manfred und Jan Lünzmann der Stelle. Und richtig ! Da liegt es, tief ins
Gras gedrückt. Ob die Ricke ihr Kitz wohl bis zum morgigen Mähtermin wegführen wird in eine
sichere Deckung ?
Während man sich noch an dem Anblick freut, über sein vermutliches Alter spekuliert und
über weitere Sicherungsmaßnahmen nachdenkt, hebt das Kitz den Kopf, als ob das das Stichwort
sei. “Es bewegt sich“, flüstert Jan Lünzmann überrascht. Dann ist das Kitz auch schon
aufgesprungen: “Kitzrettung? Das kann ich schon allein!” Mit kräftigen Sprüngen flieht es aus
dem hohen Gras der Wiese, über das anschließende Maisfeld in die schützende Deckung des
nahen Hagens.
“Es wird wohl gut zwei Wochen, vielleicht auch schon drei Wochen alt sein”, erkennt Manfred
Lünzmann “denn ganz offensichtlich ist der Fluchtinstinkt schon etwas erwacht.” Und fügt
lachend hinzu:”Auch wenn es noch etwas gedauert hat. Aber so ist es natürlich viel, viel besser,
dass es sich schon selber helfen kann.”
Aber wenn es statt Manfred und Jan Lünzmann die Mähmaschine gewesen wäre, die sich
rasend schnell dem vermeindlich schützenden Lagerplatz in der Wiese genähert hätte, wäre das
Kitz wohl nicht so unbeschadet davongekommen...
Nachrichten aus dem
Schwalinger Revier.
©
Fotos: HDMueller, Schwalingen