18.April 2014 “Unter die Fittiche genommen.” Jeder Jäger hegt wohl insgeheim den Wunsch nach einem eigenen Jagdrevier ... Wenn es vielleicht auch keine Eigenjagd wird, dann doch eine Jagdpacht oder zumindest Mitpächter eines Jagdreviers. Aber ist der Anfang auch mit dem Ablegen der Jagdscheinprüfung gemacht, so ist dem “Jungjäger” aus jagdrechtlichen Gründen doch noch nicht erlaubt, ein Jagdrevier anzupachten. Früher: Solide jagdliche Ausbildung. Noch bis in die 1970er Jahre hinein war es Pflicht für den “Jungjäger”, nach dem Erwerb des Jagdscheines eine dreijährige weiterführende Ausbildung bei einem jagdlichen Lehrmeister, dem “Lehrprinzen”, zu durchlaufen. Der “Lehrprinz” ist dabei der aktive Ratgeber, Ausbilder und erfahrene Partner des jagdlichen Neulings im jagdlichen Handwerk, der Weidmannschaft, der Jagd und der Hege. Der “Lehrprinz” bietet in seinem Eigen- oder Pachtrevier dem “Jungjäger” die Möglichkeit zur Jagd. Er stellt dem “Jungjäger” sein Wissen und die Jagdmöglichkeit unentgeltich zur Verfügung. Als Gegenleistung unterstützt der “Jungjäger” seinen “Lehrprinzen” bei der Bejagung des Reviers, beim Erfüllen des vorgegebenen Abschussplanes, bei Hegemaßnahmen und allen anderen jagdlichen Pflichten. Heute: Jagdschein und los. Heute wird der Nachweis dieser Weiterbildung der “Jungjäger” bei einem “Lehrprinzen” nicht mehr verlangt, wenn er ein Jagdrevier anpachten möchte. Es genügt nun, dass er seinen Jagdschein bei Pachtantritt für mindestens drei Jahre besessen hat ... So ist es für einen Jäger heute schwer zu beurteilen, ob er ausreichende Jagdpraxis hat, um “sein” erstes Revier anzupachten und Verantwortung für Jagdausübung und Hege zu übernehmen. Andererseits ist für Verpächter, wie z.B. Jagdgenosschenschaften, kaum festzustellen, ob ein Interessent, der seinen Jagdschein drei Jahre besitzt, die jagdlichen Voraussetzung erfüllt, die Jagd anzupachten - und “Probezeiten” gibt es nicht. Die solide Weiterbildung des “Jungjägers” bei einem “Lehrprinzen” verbessert also die Chance erheblich, eines Tages ein “eigenes” Jagdrevier anpachten zu können - oder zumindest ein “guter Jäger” zu werden. Trotz dieser einleuchtenden Erkenntnis steigt zwar die Zahl der Jagdscheininhaber in Deutschland weiter rasant, aber die “Lehrprinz”-Verhältnisse werden immer seltener... In Niedersachsen gibt es 700 Eigenjagden und 2700 Genossenschaftsjagden, also 3400 Reviere - und 60.000 Jagdscheininhaber. In Schwalingen : Fast wie früher. In Schwalingen haben nun die Pächter des Gemeinschaftlichen Jagdbezirks, die Schwalinger Jäger, den “Jungjäger” Peter Henning “unter ihre Fittiche” genommen. Peter Henning hat vor Kurzem die Jagdschein- prüfung erfolgreich abgelegt. Er hat gern das Angebot der Schwalinger Jäger angenommen, ihn im Schwalinger Revier jagdlich weiter auszubilden, quasi in einem “Lehrprinz”-Verhältnis. Hier in Schwalingen also wird Peter Henning als Jagdgast das jagdliche Handwerk, die Weidmannschaft, die Hege, die vielfältigen jagdlichen Aufgaben und auch die wichtige Pflege der Beziehung zur “nicht-jagenden Bevölkerung” kennen lernen. Die jahrzehntelange solide Erfahrung der Schwalinger Jäger steht ihm dazu zur Verfügung und sie werden Peter Henning dabei an ihr Kennen und Können, an ihre jagdlichen Ansichten und Überzeugungen praxisnah heranführen. Heute war der Auftakt dieser neuen Partnerschaft zwischen den “Lehrprinzen” und dem “Jungjäger”, die es so seit vielen Jahren in Schwalingen nicht mehr gegeben hat. In einer ersten gemeinsamen Rundfahrt erfuhr Peter Henning viel über die Örtlichkeiten und die Besonderheiten des Schwalinger Reviers. Die nicht überall einfachen Reviergrenzen aufzuzeigen war dabei eine wichtige, aber auch strapazierende Aufgabe. So mancher Halt wurde daher gern auch für eine jagdliche Ablenkung genutzt ...
Nachrichten aus dem Schwalinger Revier.
vl Dirk Schröder, Manfred Lünzmann, Friedhelm Brockmann, Peter Henning. vl Peter Henning, Manfred Lünzmann, Friedhelm Brockmann, Dirk Schröder vl Dirk Schröder, Friedhelm Brockmann, Manfred Lünzmann, Peter Henning vl Manfred Lünzmann, Peter Henning, Friedhelm Brockmann, Dirk Schröder
© Fotos: HDMueller, Schwalingen