Freitag, den 7.April 2017
im Gasthaus Witte zu Schwalingen.
Mitgliederversammlung 2017
Entspannt und guter Stimmung
„Besonderes ist eigentlich nicht zu vermelden.“ Jagdvorsteher Jürgen Schachtschneider ist sichtbar zufrieden, diese
entspannende Botschaft an die versammelten Jagdgenossen im Gasthaus Witte zu Schwalingen weitergeben zu können.
Nach dem anstrengenden Jagdjahr 2014/2015 mit der Neuverpachtung der Jagdausübung im Schwalinger Gemeinschaftsrevier und
der am Ende des Jagdjahres 2015/2016 folgenden Neuwahl des Jagdvorstandes kann sich die Jagdgenossenschaft Schwalingen
wieder ganz auf ihre jagdlichen Kernthemen konzentrieren: Naturschutz, Wildhege und Jagdausübung. Dass dabei die Jagd-
genossen in entspannter Stimmung sind, ist ein Ergebnis der guten Arbeit des Jagdvorstandes und des harmonischen Zusammen-
wirkens von Jagdvorstand und Jagdpächtern. Rundherum sieht man sich gut aufgestellt und ist zufrieden mit dem Erreichten: Die
Jagd ist in Schwalingen bei Jagdvorstand und Jagdpächtern in guten Händen - und so soll es auch bleiben.
Beinahe wäre eine Änderung des Jagdpachtvertrages von der Mitgliederversammlung abzustimmen gewesen. Aber eben
nur beinahe: Mit Unterstützung der aktuellen Jagdpächtergemeinschaft ließen zwei der derzeitigen Gastgäste im Schwalinger
Gemeinschaftsrevier durch die Jagdpächter beim Jagdvorstand den Antrag stellen, als weitere Jagdpächter in den Jagdpachtvertrag
2015-2024 und damit in die Pächtergemeinschaft aufgenommen zu werden. Die Betreffenden erschienen jedoch nicht zur
Mitgliederversammlung. So wurde ihr Anliegen von der Versammlung nicht behandelt.
Jagdgäste im Schwalinger Gemeinschaftsrevier sind bzw. bleiben daher aktuell:
Wilhelm Witte, Schwalingen, bis 31.März 2024
Rolf Gebers, Schwalingen, bis 31.März 2024
Peter Henning, Rotenburg, bis 31.März 2020
Wiebke Brockmann, Rotenburg, bis 31.März 2020
Nele Brockmann, Vahlzen, bis 31.März 2020
Aus der Arbeit des Jagdvorstandes berichtete der Jagdvorsteher Jürgen Schachtschneider:
•
Die geringe Feldhasenstrecke der Treibjagden im vergangenen Herbst zeigt, dass der Hasenbesatz des Schwalinger
Gemeinschaftsreviers „zu wünschen übrig lässt“.
•
Der Wildschaden hat im vergangenen Jagdjahr zugenommen. Es ist zu befürchten, dass durch die Zunahme der beobachteten
Wildschweinbestände im Revier die Jagdpächter stark gefordert werden und der Wildschaden weiter ansteigen wird.
•
Die Jagdpachteinnahmen von Jagdgenossenschaften oberhalb eines Höchstbetrages sind zukünftig umsatzsteuerpflichtig.
Die jährliche Jagdpacht des Schwalinger Gemeinschaftsreviers liegt unterhalb dieser Obergrenze. Dennoch hat der
Jagdvorstand beim Finanzamt einen Antrag auf Befreiung gestellt um so Rechtssicherheit zu erlangen.
•
Die niedersächsische Landesregierung hat die amtlichen Kosten für die Bearbeitung von Anträgen zur Befriedung von
Grundstücken aus ethischen Gründen stark gesenkt. Die Zahl der entsprechenden Anträge ist weiterhin eher gering und
bisher ohne die befürchteten störenden Auswirkungen auf die Jagsausübung.
•
Zur Fortschreibung des Jagdkatasters wurde mit dem Katasteramt Soltau ein Lizenzvertrag geschlossen, mit dem die
Übermittlung aktueller Eigentümerdaten zu Grundstücken im Gemeinschaftlichen Jagdrevier Schwalingen geregelt ist. Die
Bedingungen für diese Leistungen des Katasteramtes sind kostengünstig und vorteilhafter als die vom ZJEN angebotene
Lösung.
Aus der Arbeit der Jagdpächter berichtete der Sprecher der Pächtergemeinschaft, Jagdleiter Manfred Lünzmann:
•
Die Schwalinger Jagdpächtergemeinschaft besteht aus fünf Pächtern. Jagdpächter und Jagdvorstand haben fünf
unentgeltliche Begehungsscheine an Jagdgäste ausgeben. Das Schwalinger Gemeinschaftsrevier wird demnach derzeit von
zehn Jägern jagdlich betreut. Es ist im Sinne der Zukunftssicherung und der fachlichen Kontinuität für die Jagdausübung im
Schwalinger Revier, rechtzeitig Nachwuchs für die Jagdpächtergemeinschaft heranzuziehen und einzubinden. Dabei ist nicht
an eine Erhöhung der Anzahl der Jäger im Schwalinger Revier gedacht, die bei zehn Jägern als angemessen und ausreichend
gesehen wird.
•
Ende 2016 gab es in der Bundesrepublik Deutschland 382.000 Jagdscheininhaber. Im Schnitt ist 1 Jäger unter 213
Einwohnern zu finden. Die höchte Dichte an Jägern besteht in Schleswig-Holstein mit 1 Jäger unter 127 Einwohnern
des Landes. Ähnlich in Niedersachsen, wo sich statistisch unter 130 Einwohnern 1 Jäger befindet.
•
Besorgniserregend und großer Aufmerksam bedürftig sind
o
die weiterhin rasante Entwicklung der Wildschweinpopulation der Reviere, was auch für das Schwalinger
Revier gilt. Im Gebiet des Hegeringes Neuenkirchen hat sich die Anzahl der erlegten Wildschweine
von 32 im Jagdjahr 2015/2016 auf 132 im Jagdjahr 2016/2017 vervierfacht.
o
der außerordentliche Anstieg der Wildunfälle um fast ein Viertel gegenüber dem Vorjahr. Auch
diese Entwicklung ist im Schwalinger Revier zu verzeichnen. Die Anstrengungen zur Wildunfall-
verhütung werden hier unvermindert fortgeführt.
o
die ungesteuerte Vermehrung der Wolfspopulation. Vermehrte Wolfsichtungen auch im Schwalinger Revier, jedoch
noch kein ortsfestes Rudel. Ortsfeste Rudel in der näheren Umgebung bestätigt. Die Bejagung des Wildes wird durch
die Anwesenheit der Wölfe schwieriger. Das Wild ist deutlich unruhiger und vorsichtiger, es ist heimlicher und die
Fluchtdistanz hat sich spürbar erhöht.
•
Die Schwalinger Jäger haben den dreijährigen Abschussplan für Rehwild bis auf 1 Bock und 3 weibliche Rehe erfüllt. Der
Abschussplan für die Jagdjahre 2017-2020 wurde in gleicher Anzahl abgestimmt und festgelegt: 50 Stück männliches und 70
Stück weibliches Rehwild.
Die Regularien runden die Tagesordnung ab:
•
Die Kasse ist auskömmlich bestückt. Kassenführer und Vorstand werden auf Vorschlag der Kassenprüfer von der
Versammlung einstimming entlastet.
•
Zum neuen Kassenprüfer wird der Jagdgenosse Günter Gebers gewählt. Er löst Horst Grefe ab, der das Amt zwei Jahre lang
innehate.
Nach rund 60 Minuten konnte Jagdvorsteher Jürgen Schachtschneider die Versammlung schließen. Aber es folgte kein
allgemeiner Aufbruch: Jürgen Schachtschneider hatte die Jagdgenossen zu dem traditionellen gemeinsamen Abendessen
einladen.
©
Fotos: HDMueller, Schwalingen
Zufrieden, weil gut aufgestellt