Im Schwalinger
Revier.
Wildschweine in Schwalingen -
auch in 2012 eher moderat.
“Natürlich haben wir auch in unserem Revier Wildschweine, immer
schon. Sie sind heimisches Wild. Das Futterangebot ist aber nun riesig -
wer will den Wildschweinen verdenken, dass sie sich bedienen ? Wir Jäger
beobachten laufend die Entwicklung und informieren uns gegenseitig.
Auch von Landwirten bekommen wir Hinweise. Wenn größere Rotten
einfallen, muss schnell und abgestimmt reagiert werden - dafür sind wir
hier gut aufgestellt.
Die Schwalinger Jagdstrecke 2012/13 wird zwar für Schwarzwild nicht
wieder eine Null zeigen, wie im vergangenen Jahr. Aber auch in diesem
Jahr ist der Wildschweinbestand hier eher moderat und bereitet uns
bisher keine besonderen Sorgen. Auch die Wildschäden halten sich in
Grenzen.” So beschreibt Manfred Lünzmann die “Wildschwein-Lage” im
Schwalinger Revier, an dem er Mitpächter ist.
Manfred Lünzmann schließt sich damit für das Schwalinger Revier der
Einschätzung der Jägerschaft Soltau e.V. an, die am 24.Oktober 2012 in
der BÖHME-ZEITUNG zu lesen war - als Entgegnung zum Aufruf des
niedersächsischen Landwirtschaftsministers Gert Lindemann zum
vermehrten Abschuss von Wildschweinen.
Manfred Lünzmann besichtigt Wildschweinschäden in einem
Kartoffelacker in der Schwalinger Feldmark, Frühsommer 2012.
Dienstag, 23. Oktober 2012 - 16:30 Uhr
Hoher Schwarzwildbestand kein Problem für die Jäger
Im Nordkreis wird Minister Gert Lindemanns Abschuss-Aufforderung gelassen gesehen
tip Soltau. „Wir haben keine dramatische Vermehrung von Schwarz- und Damwild“, sagt Jens Bülthuis,
Vorsitzender der Jägerschaft Soltau. Während andere Regionen Niedersachsens vom wachsenden Bestand
der Tiere regelrecht überrannt werden, sehen die ortsansässigen Jäger die Ausbreitung entspannt.
Im Nordkreis gebe es einen traditionell hohen Schwarzwildbestand, den man mit viel Jagderfahrung im Griff
habe. Auch die beiden Leiter der Hegeringe Wietzendorf und Soltau-West, Joachim Schulze und Albrecht
Nottorf, sprechen von einem guten Bestand, aber keiner „Schwemme“. Und Damwild trete im Heidekreis, wenn
überhaupt, eher punktuell auf.
Rund 1500 Damhirsche und 2900 Wildschweine sind laut niedersächsischem Landwirtschaftsministerium
2011/2012 im Heidekreis abgeschossen worden. Ihr Bestand vergrößert sich in einigen niedersächsischen
Regionen rasant. Die Folge: wachsende Wildschäden. Deswegen rief Landwirtschaftsminister Gert Lindemann
zum vermehrten Abschuss dieser beiden Wildarten auf.
Für die Jäger im Heidekreis keine neue Idee. Schon vor fünf Jahren, als sich die ersten Anzeichen eines
größeren Bestands von Schwarzwild zeigten, habe die Jägerschaft reagiert und kontinuierlich die
Abschussquoten für Schwarzwild hochgesetzt. „Die Jäger haben rechtzeitig gegengewirkt“, sagt Schulze.
Von einer Problemsituation könne er nicht sprechen, von einer Verschlechterung der Biotope ganz zu
schweigen. Stattdessen berichtet auch Nottorf von brütenden Kranichen, Wachteln und einer wachsenden Zahl
von Gänsen.
Eine positive Bilanz, die Bülthuis der jahrelangen Erfahrung mit den Wildtieren zuschreibt. Bei einer
Vermehrungsquote von mehr als 300 Prozent bei Wildschweinen könne man sich darauf aber nicht ausruhen.
548742 Autor: Pokern Tina